Goggenbach - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1250 [Mitte 13. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Es ist anzunehmen, dass Goggenbach während des hohen Mittelalters im Zusammenhang mit der benachbarten Burg Bachenstein entstanden ist. Seine erste urkundliche Erwähnung fällt in die Mitte des 13. Jahrhunderts (»Gekenbach«). Der Name könnte auf einen Personennamen zurückzuführen sein, aber auch ein Bezug auf die Gacke (Dole, Rabe) erscheint nicht abwegig.
Historische Namensformen:
  • Gockenbach 1345
  • Gekenbach
Geschichte: Das Gebiet von Goggenbach gehörte zu dem seit dem 11. Jahrhundert regensburgischen Güterkomplex, der hernach unter hohenlohische Herrschaft gelangte. Mitte des 14. Jahrhunderts waren Vogtei und Gericht zur Hälfte im Besitz der Herrschaft Hohenlohe, die andere Hälfte trugen die Herren von Bachenstein als Untervögte von Hohenlohe zu Lehen. 1488 verkauften die Bachensteiner ihre Gerechtsame dem Haus Hohenlohe, dem fortan alle hohe und niedere Obrigkeit zustand, von 1553/55 an der Neuensteiner Hauptlinie und schließlich bis zur Mediatisierung deren Kirchberger Zweig (Amt Döttingen). Als Grundbesitzer zu Goggenbach treten neben den Herren von Hohenlohe und von Bachenstein im 14. und frühen 15. Jahrhundert vor allem Familien der Haller Oberschicht in Erscheinung, darunter namentlich die Hell gen. Schwab (1336), von Tullau (1369) und von Rinderbach (1405). 1421 war auch die Kirche von Eschental hier begütert und 1462 das Kloster Komburg. In der frühen Neuzeit waren die Grafen von Hohenlohe-Kirchberg die bei weitem dominierende Grundherrschaft am Ort. Ein Drittel des großen und kleinen Zehnten hatten bereits Mitte des 14. Jahrhunderts und noch 1486 die von Bachenstein als hohenlohisches Lehen inne, ein weiteres Drittel die von Stetten als Lehen gleicher Provenienz (1455/1608). Später bezog die Herrschaft Hohenlohe-Kirchberg den Zehnt. An der Spitze der Gemeinde standen 1679 zwei Bürgermeister, die ebenso wie die Feuerbeseher und Hirtenmeister jährlich am Tag des Evangelisten Johannes (27. Dezember; später am Dreikönigstag, dem 6. Januar) neu gewählt wurden; unmittelbar vor Ablauf ihrer Amtszeit hatten sie der Allgemeinheit Rechnung zu legen. Für Versammlungen stand bereits Ende des 17. Jahrhunderts ein »Gemeinhauß« zur Verfügung. 1796 gab es am Ort mehr als zwanzig Gemeinderechte. Goggenbach gehörte nach 1806 zum Oberamt Neuenstein, seit 1809 zum Oberamt Öhringen, 1938 — 1973 zum Landkreis Schwäbisch Hall.
Wirtschaft und Bevölkerung: Die Einwohnerzahl belief sich 1796 auf 200; davon entfielen 164 Seelen auf Familien und nicht weniger als 36 auf Dienstboten, was von einem beträchtlichen Wohlstand der Dorfbewohner zeugt. Im 14. und 15. Jahrhundert gab es in Schwäbisch Hall eine Familie Goggenbach oder Gieckenbach, die von hier stammte respektive hier begütert war. Auf dem fruchtbaren Lehmboden der Gemarkung wurden zumeist Roggen, Wicken und Flachs angebaut. Daneben florierte die Viehzucht.

Kirche und Schule: Zuständige Pfarrei war von alters her Eschental. Die Qualität der Schule beschreibt der Pfarrer am Ende des 18. Jahrhunderts als schlecht: Die Gemeinde würde – ohnehin allein für den Winter – stets nur denjenigen als Lehrer anstellen, der am wenigsten nehme »und oft wenig versteht und Geschicklichkeit hat, wechselt oft mit solchem nach einem bis zwei Jahren wieder; was soll nun da Frohes herauskommen?« Evangelische zu Eschental. Katholiken zu Kupferzell.

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