Dürrenmettstetten - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1278

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Nach dem Ortsnamen auf -stetten handelt es sich um eine Siedlung der älteren Ausbauzeit des 7./8. Jahrhunderts. Es wird von der Auffindung von alemannischen Gräbern auf dem Lindenwasen berichtet, die das hohe Alter des Dorfes bestätigen. Die Gemarkung, in deren Süden das Dorf liegt, erstreckt sich auf der Hochfläche nördlich des Tals der Glatt. Für die Entstehung der Siedlung könnte der römische Verkehrsweg eine Rolle gespielt haben, der, von Glatt kommend, in Richtung Oberiflingen weiterzog. Eine Heerstraße ist 1427 neben einer Hofraite erwähnt, und später im 15. und 16. Jahrhundert verlief sie ebenfalls bei oder durch die Siedlung sowie in den Zelgen »gen Glatt« und »gen Ifflingen«. Die Siedlung wurde schon 1278 »Tuirremezstetten« genannt, doch kommt gelegentlich auch der Name Mettstetten vor. Ob der Flurname Ottendorf (1488 in Öttendorf, 1768 im/zu Ottendorf) auf eine Wüstung hindeutet, ist unbekannt.
Historische Namensformen:
  • Metzestetin 0782 [782 (Корialüberlieferung 12. Jahrhundert)]
  • Turremezstetten 1278
  • Tuirremezstetten
  • Mettstetten
Geschichte: Bei der ersten Erwähnung des Dorfes 1278 wird bereits eine herrschaftliche und besitzmäßige Teilung sichtbar. Die Teilung blieb bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein das dörfliche Leben bestimmendes Element und lebt noch heute in der Erinnerung fort. Im Jahr 1278 verkaufte Graf Hermann von Sulz seine Güter und Leute in Dürrenmettstetten mit allen Rechten an das Kloster Alpirsbach. Die Herzöge Ludwig und Konrad von Teck verzichteten auf ihre Rechte, vermutlich als Lehensherren. Weitere Teile des Dorfes befanden sich, offenbar als Eigen, im Besitz anderer Adelsgeschlechter, besonders der Herren von Lichtenfels und von Neuneck. Hermann von Lichtenfels verkaufte 1438 seine Hälfte des Dorfes an das Kloster Alpirsbach. Voll ausgebildet und deutlich erkennbar ist die territoriale Teilung des Dorfes im 16. Jahrhundert. Die Grenze verlief auf der Höhe der Kirche und trennte das langgestreckte Straßendorf in den alpirsbachischen oberen Teil und den unteren Teil der Herrschaft Glatt. Noch Ende des 18. Jahrhunderts standen in der Nähe der Kirche die 1562 aufgerichteten drei hohen Marksteine. Jede Herrschaft hatte einen eigenen Amtmann, der auch Schultheiß oder Vogt genannt wurde. Das Gericht war jedoch einheitlich und wurde von beiden Herrschaften je zur Hälfte besetzt. Den Vorsitz führte derjenige Amtmann, dessen Vogtherrn die Verhandlung betraf. Die Hoch- und Blutgerichtsbarkeit hatten die Herren von Neuneck für ihre Herrschaft 1521 erhalten, das Kloster Alpirsbach stand mit seinem Anteil unter württembergischer Klostervogtei beziehungsweise Landesherrschaft. Die Gemeinde war ebenso wie das Gericht ungeteilt. So konnte das Gericht 1482 für bestimmte Waldteile eine neue Ordnung erlassen. Gericht und Gemeinde sind 1534 erwähnt, wobei sich das Gericht aus den beiden Vögten und zehn Richtern zusammensetzte. Wegen Vergehen auf Gemeindeland standen die Strafgelder beiden Ortsherren je zur Hälfte zu. Bestimmte Banngewerbe sollten jedoch nur jeweils einem der beiden Herren gehören. Die Schmiede durfte die Herrschaft Glatt einrichten, während 1685 das Täfereirecht nur dem oberen Dorfteil zustand. Im Verlauf der Reformation 1534/35 gingen mit dem Kloster auch dessen Rechte und Güter an das Herzogtum Württemberg über, das alles im Klosteramt Alpirsbach zusammenfasste. Die Verwaltung der Lehen der Pfarrei Lombach erfolgte nach der Reformation durch die Geistliche Verwaltung Alpirsbach. Der untere Dorfteil teilte die Herrschaftsgeschichte von Glatt und gehörte nach dem Aussterben der Herren von Glatt 1678 dem Domstift Trier, den Herren von Landsee und schließlich von 1706 bis 1803 dem Kloster Muri. 1802/03 kam der Muri’sche Teil an Württemberg, und nach der Auflösung des Oberamtes Alpirsbach 1820 wurde der Ort auch verwaltungsmäßig vereinigt. Als Rathaus diente 1735 ein Gebäude mitten im Dorf, das je zur Hälfte auf dem Boden beider Territorien stand. Es handelte sich dabei wohl um ein früheres Pfründhaus, da seine Unterhaltung 1735 der Pfründenpflege oblag. An seiner Stelle wurde 1782 ein Schul- und Rathaus erbaut. Ein Hirtenhaus, das den beiden Gemeindeteilen ebenfalls je zur Hälfte gehörte, lag 1735 auf der Allmende. Ob Adelige im Ort ansässig waren und sich nach ihm benannten, ist unsicher. Die nach einem gleichnamigen Ort benannten Albrecht und Hermann 1298 sind wohl nicht hierher zu lokalisieren. Für einen Adelssitz sprechen allerdings die 1534 genannten Gärten »der Burggarten« und »hinter der Burg«, die beide im unteren Dorf lagen, sowie 1561/64 der Flurname »auf der Burg« in der »Zelg gen Iflingen«. Dürrenmettstetten kam 1803 zum Oberamt Rottweil, 1807 Oberamt Sulz, 1938 Landkreis Horb.
Wirtschaft und Bevölkerung: Die beiden Herrschaftsteile, aus denen sich das Dorf zusammensetzte, waren von unterschiedlicher Größe. Der obere, alpirsbachische Dorfteil war grundherrschaftlich weniger geschlossen als der untere Teil. Das Kloster Alpirsbach besaß hier seit dem 15. Jahrhundert nur zwei bis drei große Höfe, weitere vier große Lehengüter verlieh die Pfarrei Lombach. Zum unteren Dorf gehörten dagegen 1534 und im 17. Jahrhundert etwa acht große Höfe, dazu ebenfalls eine Handvoll kleiner Lehen. Die hier lebenden Einwohner verteilten sich auf die beiden Dorfteile im Verhältnis der Anzahl der Lehengüter. Im Bereich der Herrschaft Glatt lagen 1707 15 Haushaltungen mit 46 Söhnen und Töchtern in zehn Wohnhäusern. Aus ihnen lassen sich 70–75 Einwohner errechnen. Die im Verhältnis zu den Haushaltungen beziehungsweise Bürgern hohe Anzahl großer Hofgüter weist auf eine recht günstige Sozialstruktur hin. Diese wird noch in der Oberamtsbeschreibung von 1863 betont. An Gewerben befanden sich im oberen Dorf um 1735 je ein Maurer, ein Schuhmacher und ein Salpetersieder sowie zwei Weber. Der ebenfalls genannte Ziegler besaß die 1721 errichtete Ziegelhütte. Im unteren Dorf lagen 1534 und später die Schmiede, zu Anfang des 17. Jahrhunderts ebenfalls eine Ziegelhütte.

Ersterwähnung: 1427
Kirche und Schule: Im Mittelalter besaß das Dorf keine Kirche, vielmehr gehörten die Einwohner wie die von Hopfau »tot oder lebendig« zur Pfarrei Oberiflingen. Daran erinnert noch 1534 der »Kirchweg, der gen Yfflingen geht«. Schon früh besaß das Dorf eine Kapelle, die auf der Grenze zwischen den Dorfteilen stand. Sie wird 1427 »Kirchlein« genannt, und auch 1534 ist von der Kirche die Rede. Sie war den heiligen Bernhard und Ursula geweiht. Seit unbekannter Zeit besaß sie eine Kaplaneipfründe, die 1534 zwischen den beiden Ortsherren geteilt war, indem Glatt den Kaplan nominierte, Alpirsbach dagegen präsentierte. Die Pfründe verfügte über ein Haus neben der Kirche, das ebenfalls auf der Grenze stand. 1685 ist eine St. Bernhardspflege erwähnt. Nach der Reformation löste Württemberg den Oberiflinger Pfarrsprengel auf. Die Kaplanei in Dürrenmettstetten war nicht mehr besetzt. Die Einwohner des oberen Dorfteils wurden fortan von der reformierten Pfarrei Hopfau aus betreut und 1573 erfolgte die förmliche Einpfarrung. Auch die Einwohner des unteren Dorfteils besuchten den evangelischen Gottesdienst. Die Kastvogtei über das Heiligenvermögen stand weiterhin beiden Herrschaften zu, die auch zusammen die Kirche 1743–1745 neu erbauten. Das Kaplaneihaus neben der Kirche stand gleichfalls je zur Hälfte auf dem Boden beider Territorien. Das »alte Kaplaneihaus« wird 1768 genannt, gelegentlich erscheint es auch als Pfarrhaus. Es diente 1735 als Rathaus. Erstmals mit dem 1768 genannten Schulmeister wird eine Schule sichtbar. Der Lehrer wohnte aber nicht im Pfründhaus, sondern in einem 1758 auf einem Gartenplatz in der Kirchgasse neu erbauten Haus mit Scheuer. An Stelle des Pfründhauses wurde 1782 ein Schul- und Rathaus neu erbaut. Evangelische Filiale von Hopfau, versorgt auch den Ortsteil Kaltenhof der Stadt Dornhan. Die Katholiken nach Leinstetten (Stadt Dornhan).
Patrozinium: St. Bernhard und Ursula

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