Weipertshofen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1348

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
1348 als »Wiprehtzhoven« (Personenname Wigbrecht) genannt, dürfte der Ort im breiten Wiesental des Reiglersbachs während der Ausbauzeit angelegt worden sein. Weitere Bezeichnungen im Mittelalter sind »Weypprechtzhofen« und »Weipprehczhoffen«. 1779 wurde die Errichtung neuer Bauernhöfe im so genannten Hard-Walde geplant. 1024 und 1152 wird Gerbertshofen (Personenname Gerbert) als »Gerprehtzhouen« beziehungsweise »Gerbrechtisowe« als Grenzort des ellwangischen Bannforsts (Virigunda beziehungsweise Virngrund) genannt. Der Ort gehörte jedoch zum Maulachgau und kam mit der Herrschaft Lohr an die Grafschaft Oettingen, dann zu Hohenlohe, das verschiedene Adlige mit Gütern im Ort belehnte, darunter auch die Besitzer des Ritterguts Rechenberg. 1399 schließlich erwarben die Burggrafen von Nürnberg die hohenlohischen Güter und Rechte, darunter die hohe Gerichtsbarkeit. Im Ort waren im 15. Jahrhundert auch das Spital Dinkelsbühl sowie Spital, Kapellenpfründe und Ewige Messe von Crailsheim begütert. Die hohe Obrigkeit übte Ansbach aus, die niedere Gerichtsbarkeit die einzelnen Grundherren. Der Zehnt wurde von Ellwangen eingezogen. Im 18. Jahrhundert verfügte Ansbach über fünf Untertanen (1 Schmied, 3 Untertanen zum Kastenamt und 1 zur Schulpflege Crailsheim), Dinkelsbühl über vier, Rechenberg über fünf und das Rittergut Wildenstein über einen. Die am Ort befindliche Obere Schenke gehörte zu Rechenberg und war mit einer Bierbrauergerechtigkeit versehen. Die Schmiede und das Hirtenhaus waren in Gemeindebesitz; die Gemeinde unterhielt auch einen Hirten. 1807 wurden 13 Feuerstellen und 71 Einwohner gezählt. 1803 fielen die ellwangischen Anteile an Württemberg, die Dinkelsbühler beziehungsweise Ansbacher an Bayern, das 1806 auch den Rest erhielt. 1810 kam der ganze Weiler an Württemberg. Kirchlich war Gerbertshofen zunächst Filial von Stimpfach, dorthin gehörten nach der Reformation nur noch die katholischen Untertanen. Die evangelisch-ritterschaftlichen gingen nach Rechenberg, die evangelisch-ansbachischen nach Westgartshausen. Beim 1357 erstmals urkundlich erwähnten Hochbronn leitet sich der Name von »hochgelegene Quelle« her. Der Hof gehörte seit 1357 zum hohenlohischen, später Ansbacher Amt Crailsheim. Kirchlich wurde Hochbronn nach Westgartshausen gezogen. Käsbach wird 1357 als »Kesbach« erstmals erwähnt, später erscheint der Wohnplatz auch als Käshof beziehungsweise Käshöfe. 1357 verpfändete Hohenlohe Käsbach an die Herren von Lickartshausen, ab 1437 gehörte der Ort zum markgräflich-ansbachischen Amt Crailsheim und bestand aus zwei Höfen. Der heutige Untere Käshof wurde wohl 1585, der Obere Käshof frühestens um 1600, spätestens 1730 gebaut. Im 18. Jahrhundert wird eine Ziegelhütte erwähnt. Kirchlich gehörte Käsbach zur Pfarrei Crailsheim, später zu Westgartshausen. 1429 als »Hof zu der Klingen« erwähnt, fiel das ursprüngliche Hofgut an die Reichsstadt Dinkelsbühl, die dort eine Mühle baute; davon leitet sich der Name Klinglesmühle ab. Die hohe Obrigkeit übte Ansbach aus, der Zehnt ging nach Ellwangen. Die Klinglesmühle war nach Stimpfach eingepfarrt. 1796 wurden zwei Dinkelsbühler Untertanen gezählt. Lixhof wird 1357 als »Lysenhof« erstmals erwähnt, später »zu der Lichsen«; der Name leitet sich vermutlich von Lehm- und Mergelboden ab. Ein Hof in Lixhof wurde wie Käsbach 1357 von Hohenlohe an die Herren von Lickartshausen versetzt. Auch die Abtei/Fürstpropstei Ellwangen war am Ort begütert. Ein Gut kam im 15. Jahrhundert als ellwangisches Lehen an Rechenberg. 1616 wurde ein Hof von Ellwangen und einer von Rechenberg bewirtschaftet. Die hohe Obrigkeit hatte Ansbach inne. Kirchlich zählte der katholisch-ellwangische Hof zu Stimpfach, der evangelisch-ritterschaftliche abwechselnd zu den Pfarreien Westgartshausen oder Wildenstein. Nestleinsberg (Eschenau) erscheint 1391 als »Eschenau«, 1464 als »Eschnersberg«, 1573 als »Mestelberg«, 1532 als »Estlingsberg« und im 18. Jahrhundert als »Neistleinsberg«. Bereits im 14. Jahrhundert war der aus zwei Lehen bestehende Hof in viele Anteile zerfallen, die unter anderem im Besitz von Dinkelsbühler Bürgern und der Herrschaft Rechenberg waren. Nach und nach erwarb Dinkelsbühl den ganzen Hof. Die hohe Obrigkeit übte Ansbach aus, der Zehnt ging nach Ellwangen. 1803 fiel Nestleinsberg an Bayern, das den Hof sofort an Preußen abtrat. 1806 wurde der Hof wieder bayerisch und 1810 württembergisch. Die Sixenmühle gehörte der Abtei/Fürstpropstei Ellwangen, wobei die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach die hohe Obrigkeit und niedere Gerichtsbarkeit außerhalb des Etters beanspruchte. Der Name leitet sich vermutlich von Sixt von Enheim her, der den nahe gelegenen Sixenhof Anfang des 16. Jahrhunderts gekauft hatte. Mitte des 12. Jahrhunderts als »Steinbach« und 1277 als »Steinbach uf dem wald« erwähnt, waren in Steinbach am Wald im Mittelalter Haller Bürger und die Abtei/Fürstpropstei Ellwangen begütert. Später war Ansbach alleiniger Grundbesitzer und übte alle obrigkeitlichen und grundherrlichen Rechte aus. 1616 gab es sechs Güter. Im 18. Jahrhundert wurde eine Sägemühle betrieben, an der die Herrschaft Rechenberg beteiligt war. Der große Zehnt ging nach Ellwangen, der kleine Zehnt nach Stimpfach. Bereits 1300 wird eine Kirche erwähnt. Nach der Reformation gehörten die evangelischen Bewohner zur Pfarrei Wildenstein. Korneffel, bei Hochbronn gelegen, war vielleicht nach einem früheren Besitzer benannt. Das Stöckhaus südlich von Käsbach war Anfang des 19. Jahrhunderts noch bewohnt. Beide letztgenannten Orte sind abgegangen. Weipertshofen ist aus verschiedenen Siedlungsteilen, die erst im 20. Jahrhundert zusammenwuchsen, in Dreiecksform den Ortsstraßen entlang angelegt. Als neues Wohngebiet besteht die »Weiherwasen-Siedlung« seit 1960.
Historische Namensformen:
  • Wiprechtzhoven 1348
  • Weipprehczhoffen
  • Weypprechtzhofen
  • Wiprehtzhoven
Geschichte: Weipertshofen war Teil der Herrschaft Lohr. Der hohenlohische Besitz, darunter die Mühle, wurde 1348 an die Familie Taub von Crailsheim und die Burggrafen von Nürnberg verkauft. Im 14. und 15. Jahrhundert waren auch mehrere Familien hier begütert, die zum Teil als Lehensleute der Abtei/Fürstpropstei Ellwangen erscheinen. 1427 kam ein Teil der ellwangischen Güter an die Herrschaft Rechenberg. 1532 gab es 18 Güter im Ort, davon gehörten Ansbach zehn, Ellwangen fünf, der Frühmesse von Crailsheim zwei und eines der Kirche von Westgartshausen. 1616 teilten sich die Grundherrschaft Ansbach (10 Güter), Ellwangen (3 Güter), Pfarrei Crailsheim (2 Güter), Kirche von Westgartshausen (1 Gut), Herrschaft Rechenberg (2 Güter) und Hans Wolff Fuchs von Neidenfels (1 Gut). Im Ort saß auch ein Wildmeister der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, die mit der Weipertshofer Wildfuhr über einen großen Waldbestand verfügten. Der Zehnt war zwischen Ansbach, Ellwangen und Rechenberg geteilt. Ansbach übte die hohe Obrigkeit und die Gemeindeherrschaft aus. Die niedere Gerichtsbarkeit lag bei den jeweiligen Grundbesitzern. Bei Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Untertanen oder über Rechte hatte der Amtmann von Crailsheim einen Tag zur Verhandlung mit allen Dorfherren anzusetzen. 1565 verkaufte die Gemeinde eine Hofstatt an einen Schmied, mit der Maßgabe, dort auch eine Schmiede zu errichten. Der Gemeindebesitz umfasste 3 Tagwerk Wiesen und 52 Morgen Viehweide zuzüglich 6 Morgen Kuppelweide. Der ellwangische Ortsteil kam 1803 an Württemberg, der übrige 1806 an Bayern und 1810 schließlich auch an Württemberg. Weipertshofen gehörte zum Oberamt (seit 1938 Landkreis) Crailsheim.
Wirtschaft und Bevölkerung: Bereits im Mittelalter gab es eine Mühle. 1565 wird eine Schmiede erwähnt, 1605 eine Wirtschaft und 1723 eine Brauerei. Die Zahl der Untertanen wird 1732 mit 21, 1800 mit 23 angegeben. 1807 wurden 29 Feuerstellen gezählt.

Ersterwähnung: 1671
Kirche und Schule: Kirchlich war Weipertshofen Filial von Stimpfach. Die evangelisch gewordenen Einwohner schlossen sich nach der Reformation der Pfarrei Westgartshausen an. Den katholisch gebliebenen Untertanen Ellwangens und den später zugezogenen Katholiken wurde erst 1704 gestattet, sich wieder der Pfarrei Stimpfach anzugliedern. Die mittelalterliche Sankt Georgskapelle wurde im 30-jährigen Krieg fast vollständig zerstört. Nur der spätgotische sternrippengewölbte Turmchor, an den 1671 ein Schiff angebaut wurde, blieb erhalten. Schuldienste in Weipertshofen werden ab 1617 erwähnt. 1681 befahl der herrschaftliche Amtmann in Crailsheim, ein Schulhaus zu bauen und einen neuen Schulmeister anzunehmen. Der Bau wurde schließlich 1730 ausgeführt. Das Schiff der evangelischen Pfarrkirche wurde 1878 erweitert, 1968 völliger Innenumbau. Turm 1821 erneuert, 1968 außen renoviert. Katholiken zu Stimpfach.
Patrozinium: St. Georg (Kapelle)
Ersterwähnung: 1671

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